NeoBrainView: Mobile MRT Untersuchung in der Neonatologie – das Gehirn besser sichtbar machen

Erstes mobiles MRT in Deutschland

Die Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen und kranken Neugeborenen gehört zu den Aufgaben der Neonatologie. Hierbei liegt der besondere Schwerpunkt unserer Abteilung in der Versorgung von sehr kranken Früh- und Neugeborenen, z.B. mit Fehlbildungen und schon vorgeburtlich aufgetretenen Problemen. Diese Kinder verbringen nicht selten die ersten Wochen und Monate auf unserer Intensivstation und werden mit modernster Spitzenmedizin versorgt.

Das sich entwickelnde Gehirn von Früh- und Neugeborenen ist eines der faszinierendsten Organe. Dennoch steckt die Forschung und Technologie hier noch in ihren Kinderschuhen. Dies liegt vor allem daran, dass der Zugang zum Gehirn uns weitestgehend verschlossen bleibt. Die Ultraschalluntersuchung am Patientenbett bietet uns gute Möglichkeiten größere Auffälligkeiten und Fehlbildungen schnell am Patientenbett zu erkennen, jedoch ist die Untersuchung auch Abhängig vom Untersucher und birgt die Gefahr, dass Auffälligkeiten übersehen werden. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das beste Verfahren, um das Gehirn detailliert und objektiv zu beurteilen. Die Untersuchung ist jedoch aufwendig und nicht überall zu jeder Zeit verfügbar. Auch müssen die Früh- und Neugeborenen für die Untersuchung häufig Medikamente verabreicht bekommen, um ruhig im Gerät zu liegen. Die Eltern können in der Regel während der Untersuchung nicht dabei sein und nicht beruhigend auf das Kind einwirken. Gerade in Notfallsituationen, z.B. bei neu aufgetretener Hirnblutung oder einem Schlaganfall, ist die MRT Untersuchung nicht immer schnell verfügbar und somit werden Probleme erst mit einer Verzögerung eindeutig erkannt.

Bisher war es nicht möglich die MRT Untersuchung mobil am Patientenbett durchzuführen, da die Geräte sehr groß sind und durch das starke Magnetfeld besondere bauliche Maßnahmen notwendig sind. Es ist jetzt aber gelungen, ein mobiles MRT zu entwickeln. Die Besonderheit besteht hierbei darin, dass das Magnetfeld sehr gering ist und das Gerät daher überall einsetzbar ist – d.h. auch direkt im Patientenzimmer. Die Eltern können direkt bei der Untersuchung dabei bleiben und beruhigend auf ihr Kind einwirken.

Damit besteht jetzt erstmalig die Möglichkeit das zu tun, was uns bisher nicht möglich war: dem Gehirn beim Wachsen zuzusehen. Wir haben damit auch die Möglichkeit zu untersuchen, welchen Einfluss unsere intensivmedizinischen Maßnahmen auf die Hirnentwicklung haben, damit wir in der Zukunft die Gehirn-schonendste Spitzenmedizin für Früh- und Neugeborene anbieten können.

Wir sind die erste Klinik in Deutschland, die das mobile MRT am Patientenbett anwendet und wir sind stolz darauf die Bildgebung der Zukunft zuerst in der Neonatologie anzuwenden.

Das Projekt wird gefördert durch die Bill & Melinda Gates Foundation und wir sind Teil eines Forschungsverbunds. Ziel ist es, Hirnschädigungen überall auf der Welt, also auch in Entwicklungsländern, frühzeitig zu identifizieren und die bestmögliche Therapie hierfür einzuleiten.

Forschungsgruppe NeoBrainView

Leitung:
PD Dr. Hemmen Sabir

Universitätsklinikum Bonn
Eltern-Kind-Zentrum (ELKI), Gebäude 30
Neonatologie/Pädiatrische Intensivmedizin
Venusberg-Campus 1
53127 Bonn

Email: hemmen.sabir@ukbonn.de

Erstes mobiles MRT in Deutschland
Früh- und Neugeborene profitieren von neuester Technologie am Universitätsklinikum Bonn

In der Neonatologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) wird seit diesem Monat ein mobiles MRT (Magnetresonanztomograph) zur Diagnostik bei Früh- und Neugeborenen eingesetzt. Das mobile MRT ist einmalig an einer deutschen Klinik und wird darüber hinaus europaweit bislang nur in London eingesetzt. Die mobile Bildgebung verbessert die Diagnostik und Therapie für Patientinnen und Patienten bahnbrechend.

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