ECMO - Zwerchfellhernie -CDH Bonn

Info-Film zur Zwerchfellhernie:

Zentrum für die Behandlung der angeborenen Zwerchfellhernie (CDH) am Universitätsklinikum Bonn

Die angeborene Zwerchfellhernie (gängige Abkürzung: CDH, von englisch „congenital diaphragmatic hernia“) tritt in Deutschland bei Neugeborenen mit einer Häufigkeit von 1:2000 bis 1:4000 Geburten auf. Ursächlich ist eine Fehlentwicklung des kindlichen Zwerchfellmuskels in der Frühphase der Schwangerschaft. Es entsteht eine Lücke im Zwerchfell, durch die Organe (in der Regel Magen und Darm, seltener Leber oder Milz) vom Bauchraum in den Brustkorb rutschen. Durch den mangelnden Platz im Brustkorb kann sich die Lunge des ungeborenen Kindes nicht richtig entwickeln. Bei den betroffenen Kindern kommt es dadurch zu einer Unterentwicklung der Lunge, die in ihrem Ausmaß sehr unterschiedlich sein kann.

Dank der heute recht zuverlässigen Ultraschalluntersuchungen wird die Fehlbildung in der Regel schon durch den Frauenarzt in der Mitte der Schwangerschaft festgestellt. In einem spezialisierten Zentrum können dann Aussagen zur Lungengröße mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomographie gemacht werden. Diese Risikoeinschätzung ist unerlässlich für die Entscheidung in welcher Klinik das Kind geboren wird und die Planung des weiteren Verlaufs nach Entbindung. Bei Kindern mit ausgeprägten Zwerchfellhernien mit sehr kleiner Lunge kann pränatal ein Ballon in die Luftröhre des Feten gelegt werden. Dieser blockiert den Abfluss von Flüssigkeit aus der Lunge des Feten und führt so zu einem Wachstumsreiz auf die Lunge. Dieser Eingriff wird durch unsere Abteilung für Fetalchirurgie (Leiter: Prof. Dr. C. Berg) durchgeführt.

Nach der Geburt fehlt den Kindern die nötige Größe der Lunge zum selbstständigen Atmen und zur Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff. Daher müssen betroffene Kinder unmittelbar ab Geburt künstlich beatmet werden. In der Regel ist dies für ein bis drei Wochen erforderlich, in Einzelfällen auch kürzer oder länger. Nach der Geburt ist außerdem eine Unterstützung der Herzfunktion durch spezielle Medikamente nötig.
Vor allem bei sehr kleinen Lungen kann vorübergehend die Anreicherung des Bluts mit einer Herz-Lungen-Maschine (ECMO) notwendig sein. Unsere Erfahrung zeigt allerdings, dass auch Kinder mit vergleichsweise großem Lungenvolumen mitunter eine ECMO-Therapie benötigen. Bei der Wahl der Entbindungsklinik sollte daher bekannt sein, wie hoch das Risiko für einen ECMO-Einsatz ist, da nur wenige Zentren in Deutschland diese Therapie anbieten und Erfahrung im Umgang mit dieser Therapie vorhanden sein muss. Grundsätzlich sollten Kinder mit angeborener Zwerchfellhernie in einem Zentrum behandelt werden, die im Jahr mindestens 6 Patienten mit diesem Krankheitsbild behandeln. In den letzten Jahren sind an der Universitätsfrauenklinik in Bonn mehr als 40 vorgeburtliche Ballonkathetereinlagen erfolgt. Auch zählt das kinderchirurgische Team von Dr. Bachour und Dr. Heydweiller mit über 20 Jahren Erfahrung bei Zwerchfellhernienoperationen zu den führenden in Deutschland.

Die Operation der Zwerchfelllücke (siehe Bilder) wird nach Stabilisierung des Kindes durch die Abteilung Kinderchirurgie (Leiter: Dr. H. Bachour, Dr. A. Heydweiller) durchgeführt. Intraoperativ werden die Organe aus dem Brustkorb in den Bauchraum verlagert und die Bruchstelle entweder direkt oder mittels eines sog. Patches verschlossen. Ca. drei bis fünf Tage nach Operation wird vorsichtig mit dem Nahrungsaufbau begonnen. Sobald sich Nahrungsaufnahme, Atmung und Herzfunktion normalisiert haben, kann das Kind entlassen werden. Die durchschnittliche Liegedauer in unserer Abteilung sind vier Wochen.
Nach Entlassung bieten wir für Kinder mit Zwerchfellhernie ein umfangreiches Nachsorgeprogramm an, um die weitere Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. Andreas Müller, Neonatologie u. Pädiatrische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Bonn

Prof. Dr. Andreas Müller
Leiter des Bereiches Neonatologie

Mail: neonatologie@ukb.uni-bonn.de

ECMO-Anforderung:
Direkte Durchwahl:
0228/287 – 33112 oder 16574

Fax:
0228/ 287 – 16291

ECMO_ECMO_PDF ECMO-Anforderungsformular (PDF)

Prof. Dr. Christoph Berg | Fetalchirurgie | Universitätsklinikum Bonn

Prof. Dr. Christoph Berg
Leiter des Bereiches Fetalchirurgie

Mail: fetalchirurgie@ukb.uni-bonn.de

Kinderchirurgie | Zwerchfellhernie | CDH

Dr. Andreas Heydweiller
Dr. Haitham Bachour
Kinderchirurgie