Intensivstation Neo A

Liebe Eltern!

Ihr Kind ist zur medizinischen Betreuung auf unserer Intensivstation Neo A aufgenommen worden. Möglicherweise kam Ihr Kind als Frühgeborenes zur Welt, oder es muss schon kurz nach Geburt operativ versorgt werden. Verständlicherweise haben Sie viele Sorgen und Ängste. Wir helfen Ihnen, auf dem Weg der Genesung besser damit umzugehen. Und wir werden Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Kind auch während der intensivmedizinischen Betreuung unterstützen können.

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einiges zu den Abläufen in unserer Abteilung erklären, damit Sie sich schneller zurechtfinden. Dies soll natürlich nicht das persönliche Gespräch mit Ihnen ersetzen. Bei Fragen können Sie sich jederzeit an uns wenden. Wir sind für Sie da!

Ihr

Prof. Dr. Andreas Müller

Direktor: Prof. Dr. A. Müller

Geschäftsführende Oberärzte:
Dr. T. Dresbach, Dr. J. Schmitt
Oberärzte:
 Dr. T. Grass,  , Dr. Felix Köstner, Dr. Patrizia Nitsch-Felsecker, Dr. Christos Pantazis,  PD Dr. Lukas Schröder, Prof. Dr. H. Sabir, Dr. Marieke Vogel

Stationsleitung (Pflege):
Lisa Gast

Telefon: 0228 – 287-37834
Telefax: 0228 – 287-33296
Mail: neonatologie@ukbonn.de

Oberärzte der Abteilung Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin

Eltern sind keine Besucher!

Sie können natürlich schon nach Geburt Ihr Kind besuchen, so oft sie möchten. Für Eltern gibt es keine festen Besuchszeiten.  Sie können jederzeit Ihr Kind besuchen. Wir helfen Ihnen, auch mit einem Rollstuhl oder gar mit Bett zu Ihrem Kind zu kommen.

Sie sind zu jeder Tages- und Nachtzeit bei Ihrem Kind herzlich willkommen!

In Begleitung der Eltern können auch Verwandte und Bekannte Ihr Kind besuchen. Um eine gewisse Ruhe auf der Station zu wahren, können jedoch immer nur zwei Personen gleichzeitig ein Kind besuchen.

Außerdem können Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit auf der Station anrufen und sich nach dem Wohlergehen Ihres Kindes erkundigen.

Versorgung

Die Versorgung Ihres Kindes richtet sich nach seinen Bedürfnissen und ist nicht notwendigerweise an feste Zeiten gebunden. Insbesondere Frühgeborene brauchen lange Ruhephasen. Gerne sprechen wir uns mit Ihnen ab. Sie können schon frühzeitig in die Pflegerunden mit einbezogen werden, um so früh wie möglich den Kontakt zu Ihrem Kind zu vertiefen. Wir helfen Ihnen gerne!

Inkubator

Vor allem sehr kleine Frühgeborene benötigen in der ersten Zeit nach Geburt einen sogenannten Inkubator. Dort kann Ihr Kind kontinuierlich mit Wärme versorgt werden. Anfangs ist Ihr Kind noch nicht groß genug, um selbstständig seine Körpertemperatur zu halten. Wenn es größer wird, schläft es in einem sogenannten Wärmebett, bei dem nur noch die Matratze erwärmt wird.

Känguruhing

In den ersten Lebenstagen nach Geburt braucht Ihr Kind viel Ruhe. Sind die ersten Tage gut überstanden, können Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind entspannen. Dazu wird Ihnen Ihr Kind auf die Brust gelegt und gut zugedeckt. So können Sie einen intensiven Kontakt pflegen. Aus vielen Gründen empfiehlt sich das Känguruhing. Es hilft Ihnen, Selbstvertrauen aufzubauen und regt die Milchproduktion an. Ihr Baby wird so stabil und warm gehalten und wird wunderbar schlafen. Tragen Sie leichte Kleidung mit vorderer Knopfleiste und nehmen Sie sich mindestens eine Stunde Zeit, besser länger, um die Vorteile des Känguruhing zu nutzen. Fragen Sie nach einem Handspiegel, um das Gesicht Ihres Babys zu beobachten.

Muttermilch

Muttermilch ist das Beste für Ihr Kind, dabei unterstützen wir Sie. Gerade bei Frühgeborenen schützt Muttermilch vor verschiedenen Erkrankungen. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Hebamme, um für Ihr Kind Muttermilch zur Verfügung zu stellen. Steht aus unterschiedlichen Gründen nicht genügend Muttermilch zur Verfügung, wird Ihr Kind mit einer speziellen Früh- oder Neugeborenenernährung ernährt. Frühgeborene sind in den ersten Tagen bis Wochen noch nicht in der Lage, selbständig zu trinken. Deswegen werden Sie über eine dünne Magensonde ernährt.

Infusion

Vor allem Frühgeborene und kranke Neugeborene benötigen vom 1. Lebenstag an viel Flüssigkeit und Nährstoffe. Dies kann nicht von Beginn an über Milchnahrung sichergestellt werden. Der Darm ist noch ein sehr empfindliches Organ, der langsam an seine Funktion herangeführt werden muss. Deswegen benötigen die Kinder in der ersten Zeit eine Infusion, um die Ernährung zu gewährleisten. Dazu kann auch einmal ein sog. zentraler Venenzugang (ZVK) notwendig sein.

Hygiene

Frühgeborene und kranke Neugeborene sind gefährdet, an Infektionen zu erkranken. Deshalb ist es notwendig, dass auch Sie schon bei Betreten der Station auf Hygiene achten. Hierzu gehört, dass Sie, bevor Sie zum Bettplatz Ihres Kindes gehen, sich im Elternzimmer die Hände waschen und desinfizieren.

Stillen ist ein bisschen wie tanzen lernen…

Aus diesem Grund verfügt unsere Station über erfahrene und ausgebildete Still- und Laktationsberaterinnen, welche Ihnen gerne unterstützend und beratend zur Seite stehen. Durch Ihre Entscheidung zu Stillen tragen Sie einen wesentlichen Teil dazu bei, Ihrem Baby einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Muttermilch verfügt über viele Vorteile und Schutzfunktionen, welche gerade bei zu früh geborenen oder erkrankten Kindern von großer Bedeutung sind. Wir helfen Ihnen gerne, damit Sie und Ihr Baby von diesen Vorteilen profitieren können. Ein frühgeborenes oder neugeborenes Baby mit angeborenen Erkrankung erlebt einen wesentlich schwierigeren Start ins Leben, begleitet von der räumlichen Trennung zwischen Mutter und Kind sowie der notwendigen intensivmedizinischen Therapie und Betreuung. Auch Sie als Mutter haben damit einen erschwerten Start in Ihrer neuen Rolle, welche teilweise Auswirkungen auf ein positives Stillerlebnis hat. Lassen Sie sich keinesfalls entmutigen.
Stillen ist ein bisschen wie Tanzen lernen – wichtig sind Körperkontakt, die Liebe zueinander und ein gemeinsamer Rhythmus. Eine unserer Still- und Laktationsberaterinnen hilft Ihnen gerne dabei einfacher zueinander zu finden und eine Einheit zu werden.

Atemhilfe

Vor allem kleine Frühgeborene benötigen bei der eigenständigen Atmung noch Unterstützung. Dies wird durch die sog. CPAP-Therapie (= Continuous Positive Airway Pressure) gewährleistet. Dabei strömt kontinuierlich Luft über einen Schlauch (Tubus) oder eine Maske in die Lunge Ihres Kindes und erleichtert so die Atmung. Zuweilen ist bei Ermüdung oder auch bei Operationen für einige Tage eine maschinelle Beatmung über einen Tubus notwendig.

Alarme

Erschrecken Sie nicht, nicht jeder Alarm zeigt eine bedrohliche Situation für Ihr Kind an. Zum einen gibt es immer wieder sog. Fehlalarme durch Bewegungen Ihres Kindes. Zum anderen sind Schwankungen in der Herzfrequenz (Bradykardien = erniedrigte Herzfrequenz) und der Atmung (Apnoen = längere Atempausen) in gewissen Grenzen normal.

Fototherapie
Fototherapie | Neonatologie Bonn

Überschreitet der Bilirubinwert im Rahmen der Neugeborenengelbsucht eine kritische Grenze, benötigt Ihr Kind eine Fototherapie. Diese verhindert ein weiteres Ansteigen und dadurch mögliche gesundheitliche Schäden. Zum Schutz der Augen vor dem UV-Licht trägt Ihr Kind eine Maske.