Station Neugeborene

Geburt in der Universitätsklinik Bonn – natürlich, individuell und sicher!

Liebe Eltern,
die Geburt Ihres Kindes wird einer der wichtigsten Momente in Ihrem Leben sein. Am Perinantalzentrum der Universitätsklinik Bonn steht unser Team aus Geburtshelfern, Hebammen und Kinderärzten rund um die Uhr zur Verfügung, um die Geburt Ihres Kindes individuell zu begleiten. Wir möchten, dass die Geburt Ihres Kindes ein natürliches und schönes Erlebnis für Sie und Ihren Partner wird! Dabei sind menschliche Zuwendung und Geborgenheit sowie ein Höchstmaß an Sicherheit für Sie und Ihr Kind unser erstes Anliegen. Es ist eine große Herausforderung, sich in dieser neuen Lebenssituation zurechtzufinden. Wir möchten Sie mit unserer Erfahrung, unserem Wissen und unserer ganzen Aufmerksamkeit begleiten.

Foto:© millaf/fotolia

Station Neugeborene

Wir gratulieren Ihnen zur Geburt Ihres Kindes!
Wir freuen uns Ihnen, in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt Ihres Kindes mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die individuelle Betreuung von Mutter und Kind in den ersten Tagen nach der Geburt steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Die folgenden Informationen sollen helfen, Ihnen den Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team der Neugeborenen Station

Kontakt

Leitung: Prof. Dr. A. Müller

Geschäftsführende Oberärzte:
Dr. T. Dresbach, Dr. J. Schmitt
Oberärzte:
PD Dr. S. Bagci, Dr. T. Grass, Dr. F. Kipfmüller, Dr. Patrizia Nitsch-Felsecker, PD Dr. H. Reutter, PD Dr. Welzing

Stationsleitung (Pfl.): Andreas Kremer

Telefon: 0228-287-15422

Telefax: 0228-287-11527

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Kinderärzte

Die Kinderärzte der Universitätsklinik Bonn sind rund um die Uhr für Sie und Ihr Kind da. Wir beantworten gerne alle Ihre Fragen und begleiten Sie während des stationären Aufenthaltes. Ihr Kind wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen von uns untersucht, um frühzeitig mögliche Krankheiten zu erkennen. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen alle Untersuchungen, die in den Tagen nach der Geburt bei Ihrem Kind von uns durchgeführt werden sowie einige Präventionsmaßnahmen erläutern. Auch Sie können einiges dafür tun, damit Ihr Kind gesund und sicher aufwächst. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Fühlen Sie sich ermutigt, alle Fragen, die Sie bewegen, an den diensthabenden Kinderarzt oder mich zu stellen.

Ihr Prof. Andreas Müller

Oberärzte | Neonatologie Bonn
Rooming-in

Ihr Kind ist rund um die Uhr bei Ihnen (Rooming-in). Natürlich können auch Ausnahmen vereinbart werden, manchmal weiß man eben nicht, wie man sich am nächsten Tag fühlt! Wir möchten Sie mit der Pflege und dem „Handling“ Ihres Kindes vertraut machen. Das Wickeln, Waschen, Baden und die Nabelpflege zeigt Ihnen das Pflegepersonal auf Station. Nachts sind immer zwei Kinderkrankenschwestern im Dienst. Eine Kollegin kann so jederzeit zu Ihnen auf die Wochenbettstation kommen und Sie bei Fragen und Problemen unterstützen.  Sie und Ihr neues Familienmitglied sollen sich bei uns wohl fühlen!

Foto: © Jandrie Lombard/fotolia

Vorsorgeuntersuchung U1
U2-Untersuchung | Neonatologie Bonn

Die erste Vorsorgeuntersuchung Ihres Kindes findet unmittelbar nach der Geburt statt. Durch das Abhören der Lunge und des Herzens und der Begutachtung der Durchblutung der Haut können wir den Allgemeinzustand Ihres Kindes beurteilen. Zudem werden Muskelspannung und Reflexe überprüft. Eine ausführliche körperliche Untersuchung dient dem Ausschluss möglicher Geburtsverletzungen und angeborener Fehlbildungen. Im Rahmen der U1 wird Ihrem Kind zudem erstmals Vitamin K gegeben.

Vorsorgeuntersuchung U2
U2-Untersuchung | Neonatologie Bonn

Die zwischen dem 3. Und 10. Lebenstag stattfindende U2-Untersuchung ist eine sehr umfangreiche und gründliche Untersuchung, die immer von einem Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin durchgeführt wird. Es werden alle Körperregionen, die Organe, das Skelettsystem, die Mundhöhle und die Sinnesorgane untersucht sowie die Neugeborenenreflexe überprüft. Bei der U2-Untersuchung erhält das Kind erneut Vitamin-K-Tropfen.

Muttermilch/Stillen

Nichts ist wertvoller für ein Baby als die Muttermilch. Nachweislich sind gestillte Kinder besser gegen Krankheiten und Allergien gewappnet. Zudem ist Stillen mehr als nur Ernährung, es spricht alle Sinne an und stillt alle Bedürfnisse. Das Baby erfährt durch den engen Körperkontakt Wärme, Zuneigung und Geborgenheit. Unwillkürlich entsteht zwischen Mutter und Kind eine innige emotionale Beziehung. In unserer Klinik stehen Ihnen speziell ausgebildete Still- und Laktationsberaterinnen mit jahrelanger Erfahrung zur Seite.

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Neugeborenen-Screening

Das Neugeborenen-Screening wird durchgeführt, um rechtzeitig zu erkennen, ob bei Ihrem Kind eine Stoffwechsel- oder Hormonstörung vorliegt, die einer raschen Behandlung bedarf. Das Blut für das Neugeborenen-Screening muss zwischen der 36. und 72. Lebensstunde Ihres Kindes abgenommen werden. Es wird entsprechend den Bestimmungen des Gendiagnostikgesetzes und nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen untersucht. Die Untersuchung erfordert Ihr schriftliches Einverständnis. Sie erhalten nach der Geburt ein ausführliches Aufklärungsformular über die untersuchten Erkrankungen und können uns bei Rückfragen hierzu jederzeit ansprechen. In über 98% erhalten wir einen Normalbefund.

Vitamin-D- und Fluoridprophylaxe

Vitamin D ist entscheidend an der Härtung der Knochen beteiligt. Die über Muttermilch oder Säuglingsnahrung zugeführte Menge an Vitamin D reicht aber nicht aus, um die gewünschte Versorgung sicherzustellen. Fluorid ist wichtig für die Prophylaxe von Zahnkaries.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt die Gabe eines Kombinationspräparates aus Vitamin D und Fluorid. Die Tablette wird ab dem 10. Lebenstag vor dem Stillen/Füttern in die Wangentasche des Kindes gelegt und löst sich dort rasch auf. Bei der U2-Untersuchung erhalten Sie die erste Packung, die genügend Tabletten bis zum Zeitpunkt der U3-Untersuchung enthält.

Vitamin K-Prophylaxe

Vitamin K spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Bei einem Mangel kann es zu Hirn-, Haut und Darmblutungen kommen. Da Neugeborene noch keinen ausreichenden Vitamin-K-Speicher besitzen, sind sie auf eine schnelle Vitamin-K-Zufuhr nach der Geburt angewiesen. Durch die prophylaktische Gabe von Vitamin K zum Zeitpunkt der ersten drei U-Untersuchungen kann ein Vitamin K-Mangel und ein damit verbundenes Blutungsrisiko verhindert werden.

Hörscreening
U2-Untersuchung | Neonatologie Bonn

Durch das Hörscreening können angeborene oder um den Geburtszeitpunkt auftretende Hörstörungen frühzeitig erkannt werden. Durch eine rechtzeitige Behandlung können die Folgen einer solchen Hörstörung vermieden werden Der Hörtest ist für Ihr Kind völlig schmerzfrei und kann am besten durchgeführt werden, wenn Ihr Kind schläft.

Hüft-Sonografie

Sind in Ihrer Familie angeborene Hüfterkrankungen (Hüftdysplasie) bekannt oder wurde Ihr Kind aus Beckenendlage geboren, erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke bereits bei der U2-Untersuchung. Bei allen Kindern ohne diese Risikofaktoren erfolgt diese Untersuchung in der 4.-5. Lebenswoche im Rahmen der U3.

Fototherapie
Fototherapie | Neonatologie Bonn

Überschreitet der Bilirubinwert im Rahmen der Neugeborenengelbsucht eine kritische Grenze, benötigt Ihr Kind eine Fototherapie. Diese verhindert ein weiteres Ansteigen und dadurch mögliche gesundheitliche Schäden. Zum Schutz der Augen vor dem UV-Licht trägt Ihr Kind eine Maske.

Plötzlicher Kindstod

Aufgrund zahlreicher Untersuchungen können annähernd 90 Prozent dieser Todesfälle verhindert werden, wenn Eltern einige einfache Vorbeugemaßnahmen beachten:
Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr in Rückenlage schlafen. Allein diese Maßnahme vermindert das Risiko des plötzlichen Kindstods um mehr als 50%.

– Ihr Kind sollte immer in einem Schlafsack schlafen
– Kopfkissen, Bettdecke und Gegenstände, die die Atemwege bedecken können, gehören nicht ins Bett von Säuglingen
– Säuglinge sollten im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen
– Vermeiden Sie eine Überwärmung Ihres Kindes (Schlafzimmer nicht über 18 °C heizen, keine Mütze innerhalb des Hauses, Gitterbett, feste luftdurchlässige Matratze)
– Säuglinge sollten sowohl vor als auch nach der Geburt in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen
– Säuglinge sollten – wenn möglich – gestillt werden
– In einigen Studien zeigten Schnuller einen präventiven Effekt

Mehr Informationen hier.

Plötzlicher Kindstod | SIDS | Kindernotfall Bonn

Kindernotfallkurse für Eltern

Kindernotfall Bonn | Erste Hilfe Kurse für Eltern

Erfahrene Kinderärzte vermitteln Ihnen das Basiswissen für den Notfall.

Da eine Notfallsituation fast immer ohne Vorwarnung eintritt, sollten Eltern einige Vorkenntnisse erwerben, wie man im Notfall als Ersthelfer wirkungsvoll und adäquat handelt. Denn oftmals können gezielte Maßnahmen während der ersten Minuten nach einem Notfall entscheidend sein.

Wie aber reagiere ich wenn es zum Notfall kommt? Was ist richtig, was ist falsch? Wo finde ich Hilfe, wer ist mein Ansprechpartner in einer Notsituation? Was kann ich selber für mein Kind tun bis professionelle Hilfe eintrifft?

Erfahrene Kinderärzte des Universitätsklinikums zeigen Ihnen anhand von vielen praktischen Beispielen, wie Sie Ihrem Kind im Notfall mit wirkungsvollen Maßnahmen helfen können. Besonderen Wert legen wir auf praktische Übungen an realistischen Simulations-Puppen.

Wir vermitteln Ihnen in unserem Elternkurs „Erste Hilfe bei Kindern/Kindernotfälle“ das praktische Wissen, damit Sie in Notfallsituationen Ruhe bewahren und im entscheidenden Augenblick das Richtige für Ihr Kind tun.

Damit Sie für den Fall der Fälle vorbereitet sind!
Kindernotfall-Box | Erste Hilfe Set für Kinder

Erste-Hilfe-Set für Kinder.
Zusammengestellt von Kinderärzten der Universitätsklinik Bonn.

Trainings-Video: Wiederbelebung bei Kindern

Hätten Sie es gewußt?

Lernen Sie in 5 Minuten die wichtigsten Techniken der Wiederbelebung bei Kindern.

Was tun beim Kindernotfall?

Wir haben für Sie die häufigsten Kindernotfälle zusammengefasst und erläutern was zu tun ist.

Wiederbelebung (Reanimation) bei Säuglingen/Babys

Überprüfung der Bewusstseinslage

Sprechen und fassen Sie Ihre Kind an. Bei Säuglingen setzten Sie einen leichen Schmerzreiz z.B. durch leichtes Kneifen in die Oberarminnenseite. Achtung: Schütteln Sie niemals Ihr Kind! Dies kann zu gefährlichen Verletzungen führen! Sollte eine Reaktion Ihres Kindes ausbleiben, versuchen Sie durch lautes Rufen Hilfe herbeizuholen. Wenn Sie alleine sind erfolgt die Alarmierung des Notarztes erst nach einer Minute Reanimation/Wiederbelebung.

Überprüfung der Atmung

Legen Sie Ihr Kind auf den Rücken, am besten auf den Boden. Stellen Sie sicher, dass sich der Kopf in neutraler Position befindet und das Kinn angehoben ist (siehe Abbildung). Beim Säugling ist der Kopf in Rückenlage in der Regel nach vorn gebeugt, sodass eine leichte Streckung erforderlich sein kann.

Bei so geöffneten Atemwegen halten Sie Ihr Ohr über Mund und Nase des Kindes, wobei der Blick auf Bauch und Brust gerichtet ist, so dass evtl. vorhandene Atembewegungen erkannt werden. Gleichzeitig wird versucht Atemgeräusche zu hören bzw. die Ausatemluft an der Wange zu spüren. Dieser Vorgang sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern! Wenn Sie keine Atmung feststellen können oder sich nicht sicher sind – beginnen Sie mit der Beatmung!

Beatmung Säugling/Baby

Atmen Sie normal ein. Umschließen Sie mit Ihrem Mund den Mund und die Nase Ihres Kindes. Beobachten Sie bei der Beatmung den Brustkorb Ihres Kindes. Der Brustkorb muss sich heben! Fangen Sie mit fünf Beatmungen an. Wenn Sie nach den fünf Beatmungen keine Lebenszeichen (Husten, Abwehr) beobachten müssen Sie sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

Herzdruckmassage (Thoraxkompression) Säugling/Baby

Bei Säuglingen/Babys wird diese durch leichten Druck (2-3 cm Tiefe) auf das Brustbein mit zwei Fingern gemacht. Drücken Sie 30 Mal mit einer Frequenz von 120/min. Das sind zwei Kompressionen pro Sekunde. Seien Sie nicht ängstlich und haben Sie keine Angst vor Verletzungen! Nach 30 Kompressionen erfolgen zwei Beatmungen. Versuchen Sie bei dem Wechsel zwischen Beatmung und Herzdruckmassage so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Wenn Sie zu zweit sind, übernimmt einer die Beatmung und einer die Herzdruckmassage.

Alarmierung des Rettungsdienstes (Tel.: 112)

Der Rettungsdienst sollte so früh wie möglich alarmiert werden. Wenn Sie alleine sind, erfolgt die Alarmierung des Rettungsdienstes erst nach einer Reanimationsdauer von einer Minute. Um eine kontinuierliche Reanimation zu erreichen, ist es grundsätzlich möglich einen Säugling oder ein Kleinkind auf den Arm zu legen und unter Fortführung der Reanimation Hilfe zu holen.